IRM – Indications Of Nigredo (12“, Segerhuva, 2008)

IRM

Ich denke, ihr kennt das Gefühl, sich so langsam aber sicher in eine Musik, in eine Band zu verlieben. Mir geht es so mit IRM. Zweimal schon durfte ich die Schweden live erleben und sie hatten mich beide Male mit ihrem druckvollem PowerNoise umgehauen. Grund genug also, endlich IRM-Tonträger zu erwerben. Einer davon ist die frisch gepresste 12-inch „Indications Of Nigredo“.
Der Sound ist mindestens so schwarz wie das Vinyl und so schmerzhaft wie das blutige Cover. Auf ambiente Passagen folgen Bassdrones, die unaufhaltsam alles niederwalzen. Der E-Bass von IRM-Neumitglied Mikael Oretoft verleiht dem Gesamtsound zusätzlichen Druck. Über den Lärm der von Erik Jarl geschaffenen akustischen Panzerschlacht schreit Martin seine nihilistische Weltsicht entgegen, dass es eine wahre Freude ist. Statt jedoch die ganze Zeit 120 Prozent zu geben, setzen IRM gekonnt auf ambiente Passagen auf denen sie dann gewaltige Noisewände aufbauen. So wird die Musik abwechslungsreicher und umgeht die fürs PowerNoise-Genre so übliche Übersättigung des Hörers. Seite zwei verliert sich jedoch ein wenig in Beliebigkeit, fehlt hier doch das Vorwärtsdrängende.
Nigredo bezeichnet übrigens bei C.G. Jung den Moment der maximalen Verzweiflung. Anzeichen dafür gibt es sicher nicht nur die zwei, die IRM mit ihren beiden überlangen Stücken hier vorstellen.

Titel:
A: Indicator: 1
B: Indicator: 2

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