23. WGT, 6. bis 9. Juni 2014 – Die debile Vorschau

Hier nun also ein Überblick über die mehr oder weniger interessanten Bands beim WGT, die bisher noch nicht betrachtet wurden. Wie immer ist für jeden was dabei…

7JK sind das gemeinsame Projekt von Siebens Matt Howden und den polnischen Synthie-Industrialisten von Job Karma. Sehr eingängig, melancholisch, wunderschön und das alles, ohne belanglos zu klingen.

Zu Absolute Body Control muss man eigentlich nichts sagen: Das wieder zum Leben erweckte Projekt von Dirk Ivens und (mittlerweile) Eric Van Wonterghem war schon auf vielen Festivals zu sehen und begeistert mit eingängigen, energetischen Retrosounds.

Bei Ah Cama-Sotz, dem Hauptprojekt von Herman Klapholz, geht es meist etwas rhythmischer zur Sache, doch gelegentlich veröffentlicht der Belgier auch ambiente Stücke. Stilistisch lässt er sich nicht festlegen und das ist gut so.


Die Göttin der dunklen Elektronik schlechthin ist für mich Anne Clark. Seit 1987 bin ich Fan der Engländerin und so ist Ihr Auftritt beim diesjährigen WGT selbstverständlich wieder ein Pflichttermin für mich, auch weil ich mal des Kohlrabizirkus ansichtig werde. Bin ja mal gespannt, wie die Songs live umgesetzt werden. Nach all den Jahren läuft’s mir bei dieser Musik noch immer kalt den Rücken runter…

Desiderii Marginis ist das Ambient Projekt des Schweden Johan Levin, der seit 1997 schon diverse Tonträger vor allem auf Cold Meat Industry & Cyclic Law veröffentlicht hat. Sehr schöne klassische und folkige Soundtracks voller Melancholie, bei denen man einen inneren Film ablaufen lassen kann…

Heimstatt Yipotash gehören nun schon seit einiger Zeit fest zur Dresdner Szene dazu. Ihr rhythmischer Industrial eignet sich bestens zum Tanzen, doch geht es bei HY nicht nur ums Zappeln, auch inhaltlich sorgt das Duo für (geistige) Bewegung, denn Themen wie die New World Order sind alles andere als leicht verdaulich.

Hinter Imminent (B) steckt der belgische Knöpfchendreher Olivier Moreau, besser bekannt durch sein Hauptprojekt Imminent Starvation. Mit Imminent bietet Moreau schräge Rhythmen und abgefahrene Atmosphären, frisch aus dem Rechenknecht. Nicht unbedingt meins aber die Maschinenfest-Fraktion freut sich.

Bereits erwähnt wurden hier Job Karma, sicher eine der interessantesten aktuellen Bands aus unserem östlichen Nachbarland Polen. Mit ihrem recht eingängigen aber anspruchsvollen Synthiesound schlagen Job Karma die Brücke zwischen den Freunden eher gemäßigter Klänge und den Anhängern möglichst abgefahrener elektronischer Klangwelten. Nicht zu vergessen die beeindruckenden Videos, die die Show der Polen bebildern. Ganz nebenbei ist das Duo dien treibende Kraft hinter dem alljährlich stattfindenden Wroclaw Industrial Festival, aus meiner Sicht das wichtigste Festival dieser Art in Europa.

Kaum zu glauben, dass Joy Of Life, die Band von Gary Carey, bereits seit Anfang der 1980er Jahre aktiv ist. Zugegeben, auf allzu viele Tonträger haben es die Briten seitdem nicht gebracht, doch Carey war u.a. für Douglas Pearce und David Tibet aktiv. Grund genug für einen Kultstatus in der Neofolk-Szene.

Die von Kraftwerk inspirierten Klangstabil sind nun auch schon zwanzig Jahre aktiv. In dieser Zeit hat sich der Sound von mehr experimentell hin zu einem intelligenten Elektro Pop geändert, der Titel „You May Start“ ist sicher DER Hit der Band schlechthin. Ich hatte schon mehrfach die Gelegenheit, Klangstabil live zu erleben und das war unbedingt eine sehr energetische Sache.

Ach ja, Oomph!…. Ich fand die Band immer recht blöd, weil bei ihnen die Musik, mit der Rammstein später erfolgreich wurden, immer halbherzig wirkte. Richtig gefallen haben mir Oomph! nur, als sie mit „Supernova“ einen Ausflug in den Mainstream unternahmen. Leider blieb die Band trotz des Erfolges nicht auf diesem Weg und machte wieder langweilige Neue Deutsche Härte Mugge. Schade drum. Hier ein recht altes Video der Wolfsburger.

Auch wenn Mister Nordvagr die Frontsau bei Pouppée Fabrikk gibt und der Zwei-Meter-Mann sicher eindrucksvoll ist, mit dem recht langweiligen EBM konnte ich nie was anfangen. Aber die Fans gehen drauf ab…

Aus Irland kommen Primordial, die Black Metal mit Folk-Einflüssen verbinden. Etwas zu bunt für mich, dieses Schwarz Metall.

Saturmzlide ist das Projekt von Alexander Marco, der zwar wie viele Kollegen Knöpfchen an seinen Maschinen dreht, dabei aber recht abwechslungsreiche Sounds erzeugt. Selbstverständlich steht die Tanzbarkeit hier aber im Vordergrund. Stumpfe Rhythmen braucht es dafür aber nicht.

Matt Howden und sein Projekt Sieben gehören für mich seit langem zu meinen Lieblingen auf den Festivalbühnen. Dafür ist zum einen die unglaublich positive Ausstrahlung des Musikers selbst aber selbstverständlich auch seine eingängige und oftmals melancholische Musik verantwortlich. Nicht zu vergessen, die warme Stimme des Sängers Howden. Beeindruckend ist zudem immer wieder, mit welch geringen Mitteln der Brite seinen dichten Sound kreiert.

Die Italiener Sigillum S gehören zu den dienstältesten Industrialbands. Seit Mitte der 1980er veröffentlichen Sigillum S regelmäßig experimentelle Alben, die sich häufig genug stark voneinander unterscheiden. Diese künstlerische Offenheit hat wohl auch dafür gesorgt, dass die Band noch immer existiert, auch wenn in den letzten Jahren eher wenig Neues veröffentlicht wurde.

Während viele andere Bands (s. Oomph!) eher peinlich wirkten, haben es The Fair Sex um den energetischen Sänger Myk Jung stets geschafft, eine gewisse Härte und Eingängigkeit glaubwürdig miteinander zu verbinden. Die Konzerte der Essener machten früher immer Spaß, ich denke, das ist auch noch heute so.

EBM ist ja nicht immer spannend, häufig genug ergehen sich die Protagonisten der Szene in der Reproduktion von Klischees. Bei The Klinik kann man wenigstens davon ausgehen, dass sie diese erfunden haben. Old School EBM von Dirk Ivens, Marc Verhaeghen (der wohl live nicht dabei sein kann) und Peter Mastbooms – was sollte man mehr sagen?

Die Band, auf die ich mich am meisten freue, sind The Revolutionary Army Of The Infant Jesus. Das obskure britische Klangkollektiv hat gerade einmal drei Alben veröffentlicht, die allerdings so beeindruckend sind, dass sie bis heute kultisch verehrt werden. Wer Dead Can Dance mag und Current 93, der sollte die revolutionäre Armee des kindlichen Jesus auf keinen Fall verpassen. Das wird (hoffentlich) ein ebenso großartiges Erlebnis wie der Auftritt von Rosa Crux…

Etwas weniger esoterisch, dafür aber knallhart körperlich wird es bei This Morn‘ Omina, die elektronische Beats mit echtem Schlagwerk verbinden. Tribal Techno zum Tanzen, bis der Schweiß läuft.

Eigentlich ist es eine Schande UK Decay zu verpassen, gehören die Briten doch zu den ersten, die die Entwicklung von Punk über Post Punk hin zum Gothic Rock vollzogen. Ob die Musik von UK Decay heute noch zündet, wird sich zeigen müssen. So verkehrt klingt das Ganze aber nicht.
Da zeitgleich Beastmilk spielen, hat sich das Thema für mich wohl erledigt. Wer übrigens auf die Idee gekommen ist, UK Decay zwischen The Crüxshadows und Umbra Et Imago zu pappen, der gehört verhauen…

Die britischen Ulterior dufte ich schon live sehen. Sind ganz schön coole Typen und eine der großen Hoffnungen des Düsterrocks.

Von den Untoten hätte man dies auch mal glauben können, leider verloren sich die Berliner dann im gotischen Kasperletheater. „Kiss Of Death“ und „Schwarze Messe“ stehen aber noch immer in meinem Plattenschrank und werden gelegentlich auch aufgelegt.

Beim letzten Mal wurden Vatican Shadow heiß erwartet, fielen dann aber aus. Persönlich kann ich den Hype um die IDM Mucke nicht so recht verstehen.

Einen recht harten EBM bringen Vomito Negro auf die Bühne, schließlich sind sie ja auch Belgier und bereits seit Ende der 1980er im Geschäft. Nicht ganz meins aber wer’s mag…

Ein Bekannter spielte mir schon vor einiger Zeit mal das Debütwerk von White Lies vor, wissend, dass ich Joy Division mag. Nun finde ich die Briten nicht so düster wie ihre berühmten Landsleute aber durchaus hörenswert. Erinnert mich an die Welle von Bands wie Editors oder Interpol, die in den 2000ern den Wave / Post Punk Sound wieder belebten. Auf der Insel sind The White Lies mit diesem Rezept recht erfolgreich, wie das Video vom Auftritt in Glastonbury zeigt. Alter Falter, das ist ganz schön groß…

 

Hier noch ein paar Sachen, die ich erwähnen möchte, die ich allerdings selbst nicht so wahnsinnig spannend finde.

Der Fluch (D) – Nie so richtig warm geworden bin ich mit den alten Düster-Punks, die seit einigen Jahren wieder aktiv sind. Mir ist das Ganze etwas zu klischeetechnisch, da höre ich lieber die Fliehenden Stürme.

Fetisch:Mensch (D) – Oswald Henkes aktuelles Projekt. Ich mochte den Frontmann von Goethes Erben immer, auch wenn ich die Musik irgendwann eher als anstrengend empfand. Wer will sich schon immer mit Tod und Teufel beschäftigen?

Folk Noir (D) – Oliver Pade von Faun kann ja immer noch Musik machen. Seine Hauptband hatte sich ja erfolgreich um das Prädikat Gothic Schlager beworben (s. auch Illuminate).

Heimataerde (D) – Da fällt mir eigentlich nichts dazu ein. Soll ich lachen oder weinen? Ich weiß es nicht. Vergrabt Ihre Tonträger in der Heimaterde und die Freizeittempler gleich dazu…

Hocico (MEX) – sind der lebende Beweis dafür, dass es auch in Südamerika Großraumdiskos geben muss. Da ist der Euro-Disko-Sound wie ein Bumm-Bumm-Bummerang zu uns zurück gekommen. Gnade! This Electro is Hell!

Illuminate (D) – Die Erfinder des Gothic Schlager. Unglaublich, dass die noch niemand von der Bühne geprügelt hat.

Inkubus Sukkubus (GB) – Ja, Sängerin Candida ist ein Hingucker, bei der Musik möchte ich mir aber die Ohren zuhalten. Weichspüler-Rock vom Übelsten.

Katzkab (F) – Die Herrschaften sind wenigstens schön schräg. Das Kleid ist zwar nicht unbedingt kleidsam aber Frau fällt auf. Musikalisch nicht der Bringer aber zumindest ganz OK.

Lacrimas Profundere (D) – Sehr metallischer Goten Rock, der mich allerdings nicht so recht umhaut.

Solitary Experiments (D) – Durchschnitts-EBM-Electro, der einfach nur langweilt.

Sonne Hagal (D) – Eine von tausenden Neofolk Bands, die das Death In June Notenbuch studiert haben. Ganz nett aber mehr als eine Combo pro Abend wird schnell langweilig.

Spetsnaz (S) – Ganz ordentliche Testosteron Mucke, was für die Fans.

The Crüxshadows (USA) – Gothic EBM 2000. Vertonter Xtra-Katalog mit oligatorischen Tanztanten. Mach das weg.

The Eternal Afflict (D) – San Diego. Was sonst. Dass es immer noch Leute gibt, denen der Song nicht zu den Ohren rauskrümelt, ist schon ein kleines Wunder. Die Band hat aber ein ganz frisches Album am Start, vielleicht klingt das ja mal anders…

Xotox (D) – Nach Xotox weiß jeder, was Leiden bedeutet. Stumpfstampf vom „Feinsten“, bei dem man besser eine schusssichere Weste trägt. Dabei ist der Herr Davis gar kein so schlechter Remixer

[:SITD:] (D) – Alberne Keyboards, Bumm-Bumm, pseudo-englischer Krächzgesang: Die Musik ist zwar Müll aber wenigstens stimmt die Message.

 

Zu einzelnen Bands hatte ich ja schon etwas geschrieben, da will ich es hier beim Link belassen:

45 Grave (USA) +++ Andrew King (GB) +++ Antichildleague (GB) +++ Asmodi Bizarr (D) +++ Apocalyptica (FIN) +++ Beastmilk (FIN) +++ Borghesia (SLO) +++ Christian Death (USA) +++ Mephisto Walz (USA) +++ Oberer Totpunkt (D) +++ Placebo Effect (D) +++ Rotting Christ (GR) +++ Sardh (D) +++ Satyricon (N) +++ Six Comm (GB) +++ Slowdive (GB) +++ The Soft Moon (USA) +++ The Woken Trees (DK) +++ Theodor Bastard (RUS)

 

Weiter unten findet sich etwas zu Azar Swan (USA), Kiss The Anus Of A Black Cat (B), Imaginary War (D), Land:Fire (D), Konstruktivists (GB), Lebanon Hanover (GB), MDS51 (D), Oppenheimer MKII (GB), Svartsinn (N), The Bellwether Syndicate (USA), The Marionettes (GB) und Trepaneringsritualen (S)

 

– Am Freitag ist es schon soweit…

 

Zum „Schluss noch ein paar Tipps vom Veranstalter, jeweils mit einer persönlichen Anmerkung dazu. Einige wenige Überschneidungen gibt es hierbei. Macht aber nichts.

7JK
Ambient, Experimental | Großbritannien/Polen

„Interessante Kollaboration des manischen Geigers Matt Howden (Sieben) mit den polnischen Dark Ambient-Meistern von Job Karma, welche jeweils auch mit ihren Projekten beim WGT vertreten sind.“ Aus meiner Sicht eine sehr schöne Kollaboration, die die Sounds beider Einzelprojekte zusätzlich aufwertet.

Aeon Sable
Gothic Rock | Deutschland

„Neue Hoffnung für Freunde des klassischen Sounds von Fields und Sisters.“ – Mich erinnert das Ganze mehr an The Cure und ähnliche eher düsterpoppige Engländer. Aber schlecht klingt’s nicht.

Al Andaluz Project
Mittelalter, Weltmusik | Deutschland, Spanien

„Neuestes Projekt von Michael Popp und Sigrid Hausen (beide bekannt von Estampie bzw. Qntal) und der spanischen Formation L’ham De Foc. Mittelalterliche Weisen zwischen Orient und Okzident.“
Ganz angenehme Ethno-Musike. Kann man sich auf jeden Fall anschauen.

Alcest
Post Rock, Shoegaze | Frankreich

„Nach dem Live-Debüt beim WGT 2010 endlich wieder dabei – unterdessen weitaus bekannter, auch durch das vergleichsweise eingängige neue Album, welches von Birgir Jón Birgisson (Sänger von Sigur Rós) produziert wurde.“
Nun ja, nett. Aber sicher nicht meins. Da höre ich mir lieber The Jesus And The Mary Jane an. Hier fehlt mir die Härte.

Almara
Weltmusik | Deutschland

„Soloprojekt von Elisabeth Pawelke (ehemals bei Faun), für Freunde von Estampie und Artverwandtem.“
Um Längen besser als die aktuellen Faun. Ähnlich wie das Al Andaluz Projekt eher etwas für ruhige Stunden im Kreise der Gewandträger 😉

Ascetic:
Gothic Rock, Post Punk | Australien

„Junge Band aus Melbourne im Geiste von Bauhaus, Joy Division und den Sisters of Mercy.“
Die Australier haben ganz ordentlich Druck, das gefällt mir schon mal ganz gut. Vielleicht komme ich ja dazu, ein Auge drauf zu werfen…

Azar Swan
Post Punk, Orchestral Goth | USA

„Aus der Asche von Blacklist gingen 2 neue Projekte rund um Mastermind Joshua Strawn hervor – eines davon ist Azar Swan, welches uns nicht nur durch die frappierend an Kate Bush erinnernde Stimme von Sängerin Zohra Atash mitten in die schönsten 80er zurückversetzt.“
Ein bisschen erinnert die Dame an Kate Bush, was ja nicht die schlechteste Referenz ist. Der Sound erinnert eher an IDM, was aber nicht abwertend gemeint sein soll. Auf jeden Fall kann man sich die Amis ohne Klischeeschmerzen anhören.

Beastmilk
Post Punk, Indie | Finnland

„Zur Zeit schwer angesagte Post-Punk-Kapelle aus Helsinki, nicht leicht einzuordnen – eine ungehobelte Variante von Interpol trifft auf Bauhaus und Killing Joke.“
Muss man nix dazu sagen – ich hatte die Band ja auch schon empfohlen. Supergeil.

Beck Sián
Folk | Großbritannien

„Die Großcousine von Kate Bush (kein Witz!) präsentiert entrückten und feenhaften britischen „Ghost-Folk“ – selbst die Stimme hat ein wenig Ähnlichkeit mit der berühmten Verwandten.“
Nett. Aber auch ein wenig einschläfernd. Nicht mein Ding, auch mit Kate Bush-Bonus nicht.

Cécile Corbel
Folk | Frankreich

„Bretonische Folk-Sängerin, die in vielen Sprachen singt und dazu ihre Harfe erklingen lässt. Von ihr wird es zwei Konzerte geben, eines davon im „Heidnischen Dorf“.“
Musikalisch hat Frau Corbel definit mehr Substanz aber die quietschige Vanessa Paradies Stimme geht für mich gar nicht. Kleines-Mädchen-Gesang ertrag ich nicht.

Edo Notarloberti & Viviana Scarinci
Neoklassik | Italien
„Der begnadete Violinist von Bands wie Argine, Ashram und Corde Oblique präsentiert sein neuestes Werk „The Tale Of Lilith“, das in Zusammenarbeit mit der italienischen Poetin Viviana Scarinci entstand. Die Premiere erfolgt auf dem WGT, daher ist noch kein Video- oder Tonschnipsel im Netz zu finden.“
Ja, da kann ich leider auch nix dazu sagen…

I-M-R
Wave-Pop, Neofolk | Deutschland

„Bis vor einiger Zeit kannte man diese Band noch als „In My Rosary“…“
Na das hätte ich aber glatt übersehen, unter I-M-R konnte ich mir nichts vorstellen. Sehr angenehme, wenn auch nicht weltbewegende Wave Musik mit hohem Elektronikanteil. Auf jeden Fall was für romantische Nostalgiker und nostalgische Romantiker 😉

Imaginary War
Synthpop, Indie | Deutschland

„Junge Band aus Jena für Freunde von IAMX und Depeche Mode, anspruchsvoller Synthpop der Neuzeit.“
Synthiepop war in den letzten Jahren für mich immer ein rotes Tuch, weil das meiste aus dieser Richtung einfach nur Mist war. Die Jenaer klingen auf jeden Fall nicht „wie“, sondern recht eigen. Das ist schon mal viel wert.

Kiss The Anus Of A Black Cat
Wave | Belgien

„Wer sich nicht vom skurrilen Bandnamen abschrecken lässt, bekommt feinen Wave-Rock geboten.“
Der satanische Name wäre für mich eher Grund, mir die Band anzuschauen und tatsächlich hat er mich neugierig gemacht. Musikalisch ist die Band dann wenig aufregend. In den 1990ern gab es endlos viele Bands, die so klangen. Wem’s gefällt, OK, ich würde dafür nicht durch halb Leipzig rennen.

Konstruktivists
Industrial | Großbritannien

„Eine der letzten verbliebenen Bands aus der Frühphase des britischen Industrial der 80er mit Zeitgenossen wie Throbbing Gristle, Nurse With Wound, Whitehouse oder Cabaret Voltaire.“
Sehr geile Band mit einem engagierten Sänger, dessen abgefahrene Performances ich schon zweimal erleben durfte. Wer’s noch nicht kennt, sollte hingehen. Das hier ausgewählte Video ist eher nicht allzu aussagekräftig, dann schon eher der Livemitschnitt aus Wroclaw.

Land:Fire
Industrial, Dark Ambient | Deutschland

„Sphärisches Dark Ambient-Projekt, bekannt von federführenden Labels wie Power & Steel oder Tesco.“
Ambient Musiker aus dem INADE Umfeld, auf jeden Fall sehenswert auch wegen der Hintergrund-Projektionen.

Lantlôs
Post Rock, Post Metal | Deutschland

„Atmosphärischer, elegischer Post-Rock, der ähnlich wie bei den Label-Kollegen von Alcest, ursprünglich aus dem Metal kommt.“
Recht metallischer Sound mit einem eher klagenden Gesang. Muss man in der Stimmung dazu sein…

Lebanon Hanover
Minimal, Wave | Großbritannien

„Die Senkrechtstarter im boomenden Genre.“
So recht warm werde ich mit der Band nicht, auch wenn ich die Cure (Bass) und Malaria-Referenzen (Stimme) mag. Muss ich mir vielleicht doch mal live anschauen, vielleicht zündet’s dann ja.

Little Nemo
Cold Wave | Frankreich

„Eine der bedeutendsten Bands der französischen ‚Cold Wave‘ oder ‚Touching Pop‘-Bewegung der 80er Jahre. Seit 2008 wieder aktiv, nun zum ersten Mal beim WGT.“
Gefällt mir altem Nostalgiker eigentlich ganz gut, dieser Sound. Ist zwar nicht so punkig wie die Landsleute von Claire Obscure aber sehr angenehm zu hören.

LowCityRain
Indie, Wave | Deutschland

„Aktuelles Nebenprojekt von Lantlôs – poppiger, tanzbarer Gitarren-Wave bzw. Indie-Rock, z.B. für Freunde des Debütalbums der Editors.“
Ebenfalls ganz angenehm. Viel Anklänge an die Editors kann ich zwar nicht hören (in diesem Stück) aber die grobe Richtung stimmt schon.

Metroland
Synthpop | Belgien

„Die Ähnlichkeit zu ihren Vorbildern Kraftwerk läßt sich kaum leugnen – aber was die beiden Jungs hier abliefern sind dennoch großartige Elekroklänge. Nicht umsonst wurden sie u.a. von OMD als Vorband eingeladen, die dann sogar eine aktuelle Single nach ihnen benannten.“
Das klingt für mich trotz typischem Rhythmus eher nach OMD als nach Kraftwerk. Sehr weichgespült, dann doch lieber Susanne Blech, da ist wenigstens Schwung drin.

MDS51
Industrial | Deutschland

„Junge Formation aus der näheren Umgebung, für Freunde von November Növelet oder ähnlichem.“
Soweit ich mich erinnern kann, waren hier die Herren von Mezire involviert. Leider habe ich sie beim Elektroanschlag verpasst, doch weiß ich, dass der Sound harscher ist, als hier im Video.

Motorama
Post Punk | Rußland

„Ganz großartige Post-Punk-Band aus Rostow am Don. Die früheren Stücke klingen mitunter fein nach Joy Division, aber auch die neueren Stücke sind zum Mitwippen! Nicht verpassen!“
Klingt ja nicht schlecht, ist mir aber zu nett. Ein bisschen kratziger und wilder wäre schön.

Neon
New Wave, Post Punk | Italien

„Eine der aktivsten Bands der italienischen New-Wave-Szene der 1980er Jahre.“
Hier gilt das für Motorama gesagte. Ist mir zu weichgespült. Wo bei den Russen mich wenigstens die Stimme noch überzeugt, können die Italiener auch in dieser Kategorie nicht wirklcih punkten.

Oppenheimer MKII
Minimal Wave, Synthpop | Großbritannien

„Kultband der 80er, bis vor einem Jahr bekannt als „Oppenheimer Analysis“. Seit dem Tod von Bandmitglied Martin Lloyd im April 2013 unter neuem Projektnamen aktiv.“
Habe ich in Wroclaw gesehen und als furchtbar empfunden. Synthie Popp Schrott.

Rainy Days Factory
Wave, Post Punk | Portugal

„Frische neue Band, deren Vorbilder u.a. Joy Division und The Cure sein dürften.“
Ist ganz Ok, bleibt aber nicht wirklich hängen.

Slowdive
Shoegaze, Dream Pop | Großbritannien

„Legendäre, genreprägende Shoegazing-Band aus den 90er Jahren. Lange Zeit inaktiv, Anfang des Jahres wiedervereinigt. Der WGT-Auftritt ist ihr einziges Konzert in diesem Jahr in Deutschland. Dies wird sicher ein traumhaftes Mitternachtsspezial am Pfingstsonntag.“
Ich hatte es bereits an anderer Stelle erwähnt, dass mich dieser „Dream Pop“ nicht vom Hocker haut, sondern eher einschläfert. Werde ich wohl nicht hingehen…

Svartsinn
Industrial, Dark Ambient | Norwegen

„Aushängeschild des kalten nordischen Dark Ambient mit seiner undurchdringlichen Klangfinsternis. Veröffentlichen auf dem kanadischen Kult-Label ‚Cyclic Law‘.“
Den Herren hatten wir auch schon beim club|debil. Sehr dunkler Sound, der den Hörer regelrecht paralysiert.

The Bellwether Syndicate
Gothic Rock | USA

„Das neue Projekt von William Faith nach der Trennung von Faith & The Muse.“
Klingt auch ganz angenehm aber seltsamerweise recht europäisch, nicht amerikanisch. Die Synthies stören etwas aber sonst geht das ganz gut ab.

The Devil And The Universe
Ghost Wave, Minimal, Dark Ambient | Österreich

„Obskures und interessantes Projekt mit Ashley Dayour (Whispers In The Shadow), zwischen modernem Minimal Wave und okkulten Cold-Meat-Klängen – optisch präsentiert mit Kutten und Schafsmasken.“
Der Hammer Beat schreckt mich eher ab und die ausgelutschten Keyboard-Klänge tragen auch nicht unbedingt zu meiner Begeisterung bei. Ohne Musik ist die Show sicher recht unterhaltsam 🙂

The Lost Rivers
Shoegaze, Noise Rock | Deutschland

„Die finsteren Ziehsöhne von The Jesus And Mary Chain, My Bloody Valentine und Sonic Youth kommen aus Baden-Württemberg und braten uns eine gehörige Portion Gitarrenfeedback um die Ohren.“
Na das geht doch mal ab! Das könnte live ein ganz ordentliches Work Out werden. Mit Dame am Schlagwerk. Da muss ich doch gleich nochmal schauen, wann die Herrschaften spielen… Vor Beastmilk in der Kantine des Volkspalastes. Ist ja schon so gut wie gebongt!

The Marionettes
Gothic Rock | Großbritannien

„Zurückgekehrte 90er Gothrock-Formation.“
Kann man im Pub dazu feiern aber ansonsten habe ich dazu keine Verwendung.

The Revolutionary Army Of The Infant Jesus
Neofolk, Neoklassik, Experimental | Großbritannien

„Rückkehr einer obskuren Band aus Liverpool mit Hang zu christlicher Mystik, die in den 80er und 90er Jahren drei Alben veröffentlichte und seinerzeit oft mit Current 93 oder Dead Can Dance verglichen wurde.“
Absolutes Muss, siehe oben!

The Soft Moon
Post Punk, Synth Punk | USA

„Eben noch mit Depeche Mode auf Tour, jetzt beim WGT. Wenn Luis Vasquez seine gnadenlosen Beats und treibenden Baßläufe auf die Menge loslässt bleibt nichts als pure Ekstase. The Soft Moon sind Ton gewordene Energie. Zu Recht derzeit eine der erfolgreichsten neuen Bands des Genres.“
Also mit der Energie das stimmt zweifelsohne. Würde ich mir ja glatt anschauen, wenn nicht zur selben Zeit Anne Clark spielte…

Trepaneringsritualen
Industrial | Schweden

„Relativ junges Projekt mit beachtlichem Kult-Status unter Kennern. Pechschwarzer Death-Industrial im Stile der Großmeister Brighter Death Now oder Mental Destruction.“
Ich finde, dass es hier eher mehr Metal Referenzen gibt und damit eher zu Projekten wie Maschinenzimmer. Live beim Epicurian Escapism war der „alte Schwede“ auf jeden Fall eines der Highlights, auch optisch.

Verdiana Raw
Neoklassik, Dark Wave | Italien

„Verträumte und teils leicht verschrobene Klänge einer klassisch ausgebildeten Sängerin/Sängerin/Pianistin, begleitet von Gitarre und Perkussion – irgendwo zwischen Tori Amos und Diamanda Galás.“
Frau Galas ist wirklich eine sehr hohe Messlatte. Ganz kommt Verdiana Maria Dolce, so der bürgerliche Name der Sängerin, da sicher nicht ran aber trotzdem: Hut ab.

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