25.10.2014: Morphonic Lab XIII – Contarum

Morphonic Lab XIII

MORPHONIC LAB XIII: CONTARUM. Die Musiklegende HANS JOACHIM ROEDELIUS feiert seinen 80. Geburtstag.

Barockpalais Großer Garten Dresden
Samstag 25. Oktober 2014 19-24 Uhr
www.morphoniclab.de

Live mit

Im dreizehnten Jahr seines Bestehens setzt das Morphonic Lab im Contarum auf die Kontinuität seines bewährten audiovisuellen Profils und zugleich auf die laborativen Möglichkeiten, sehr unterschiedliche experimentelle Positionen im Kontrast vorzustellen und vor allem in Berührung zu bringen.
Das Kontrast-Programm des ML XIII umfasst stilistische Wechselbäder in Klang und Projektion, was dem Verlauf eine einzigartige Dramaturgie und einen großartigen Spannungsbogen verleiht.

Am Beginn werden sich – initiiert vom ML-Organisator – erstmals zwei der besten Gitarristen aus der Dresdner Improvisations- und Jazzszene – der gebürtige Kolumbianer Max Garcia Loeb und André Obermüller unter dem neuen Namen PHY – zu einem gemeinsamen Auftritt zusammenfinden. Ihr freies individuelles wie meisterliches E-Gitarren-Spiel verheisst eine Fusion mit hohem klangmalerischen Genuss.

Antlers Mulm aus Leipzig verfolgen unter der Leitung des Bildkünstlers und Sängers Hans Johm eine für das ML-Format prädestinierte Melange aus eindringlicher Gesangspoetik, ambienten und collagierten Flächensounds, verwoben mit vielschichtigen Projektionen, welche der Medienkünstler Martin Rauch live steuert. In Echtzeit wird hier die prozesshafte Verwebung musikalischer und bildnerischer Strukturen eindrucksvoll nachvollziehbar gemacht.

Ähnlich gelagert, aber mit voluminöserem Klanggebaren und eher minimalistischer Bildstruktur ihrer Projektionen präsentieren die Gründer des ML, das Dresdner Künstlerkollektiv SARDH, ihr neues Programm. Nach fünfjähriger Abwesenheit im eigenen Labor zelebrieren die Klang-Skulpteure repetetive Monumente bis hin zu metallurgischen Eskapaden, die bis auf ihre Industrial-Wurzeln zurückgehen.

Höhepunkt ist der Auftritt des Electronic-Pioniers Hans Joachim ROEDELIUS, der als Gründungsmitglied der legendären Krautrockband Cluster, danach als Solist und durch zahlreiche Kooperationen Musikgeschichte geschrieben hat. Der achtzigjährige Guru der Electronic-Szene wird sein aktuelles Programm ins Palais laborativ „ein-clustern“.

Weiterhin werden in den angrenzenden Bereichen des Festsaals und im Außenbereich des Palais wieder temporäre Licht-, Video- und Klang-Installationen platziert von ausgewählten Künstlern z.B. von Tonlast und im bewährten Zusammenwirken mit Hillumination, Sascha Kurtzer und 48/8, welche die Programmatik und das Thema des Ml XIII auf ihre Art reflektieren.

An dieser Stelle ist es notwendig, noch einmal gesondert auf die besondere Bewandtnis und Bedeutung des Auftritts von Hans Joachim ROEDELUS in Dresden hinzuweisen.

Der weltberühmte Klangkünstler, dessen Diskographie weit über hundert Erscheinungen verzeichnet, u.a. mit zahlreichen Kooperationen der internationalen Electronic-Avantgarde wie etwa mit Brian Eno…, feiert in Dresden mit seinen Auftritten im Morphonic Lab und am Folgetag mit seiner Lesung autobiographischer Texte am Sonntag 26.10. 19.30 Uhr im Alten Wettbüro seinen 80 Geburtstag !

Nach seinem Auftritt im Morphonic Lab, der gegen Mitternacht, also am Beginn seines Geburtstags, endet, wird der Jubilar hier mit einem speziellen Beitrag der Veranstalter gebührend gewürdigt.

Der seit vielen Jahren in Wien lebende Roedelius hat seine Biografie und vor allem seine Dresdner Zeit bisher weitgehend im Verborgenen gehalten.
Nach eigenen Aussagen versteht er den Doppelauftritt in Dresden zu seinem Jubiläum in erster Linie als eine Rückkehr zu den Wirkungsstätten seiner Vorfahren, die z.B. bis zum königlich sächsischen Militär-Apotheker Christian Gottlob Wilhelm Roedelius zurückreichen.
In zweiter Linie bedeutet es für ihn aber auch eine Rückkehr an den Ort, der für ihn persönlich mit einer schweren Leidensgeschichte verbunden ist, über die er bisher nur spärliche Auskunft geben konnte. Die Zeit qualvoller Stasi-Verhöre und Inhaftierung in den 50er Jahren in Dresden, die ihn danach zur Flucht in den Westen getrieben hatte, blieb bislang eine notverdrängte Dunkelkammer seines Lebens. Im Rahmen seiner Jubiläumsauftritte in Dresden wirft der betagte, aber keineswegs greise, sondern frisch und agil wirkende Künstler mit vollem Auftrittskalender ein Schlaglicht auf diese Zeit.

Veranstaltet vom Künstlerbund Dresden, Gefördert vom Amt für Kultur und Denkmapflege der Landeshauptstadt Dresden und Ostsächsische Sparkasse Dresden. In Kooperation mit D.A.V.E. Festival – Altes Wettbüro Dresden. Unterstützt von Alte Feuerwache Loschwitz, Ines Schweiger, Tower Promotions, Veranstaltungstechnik Kreßmann, Hillumination, Boxis.de, club|debil, grafix & more, cyberlabor, Ostrale, coloRadio, Checkpoint (Atari ST) u.v.m.

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