Ultra – Eins

Auf das vorliegende Album wäre ich wahrscheinlich nicht aufmerksam geworden, hätte mir die Künstlerin Lena Heiler nicht einen handschriftlich verfassten Brief geschickt, um mir Ihr Werk vorzustellen. Kein Quatsch, sondern in Zeiten von Information Overload eine ziemlich smarte Strategie. Im Brief befand sich, ebenfalls handschriftlich vermerkt, ein Download-Code für „Eins“, das Erstlingswerk von Ultra.

Solcherart neugierig gemacht, schaute ich mir das Ultra-Bandcamp-Profil, die Website und auch den Auftritt bei Facebook und Instagram an. Sehr professionell das Ganze und mit einer eigenen, unveewechselbaren Optik versehen.

Doch wie steht es um das mir wichtigste Thema, die Musik selbst? Da muss ich gestehen, dass mich diese nicht so 100 %ig überzeugt hat. Verstehen wir uns nicht falsch, „Eins“ ist kein schlechtes Album aber, wenn man wie ich auf vertracktere elektronische Klänge steht, dann klingt es leider ziemlich simpel gestrickt. Das muss ja an sich nicht schlecht sein, Minimal Techno oder EBM funktionieren auf ähnliche Weise. Besonders mit dem ersterem Genre hat der Sound Überschneidungen; von der Künstlerin selbst wird der Stil auf dem Bandcamp-Profil als Power Noise (Rhythm ’n‘ Noise) bezeichnet. An all dem gibt es nichts zu kritisieren.

Hört man allerdings Stücke wie „Eskal“, das Dank seines Stimmeinsatzes an Maria Zerfall erinnert, das zwischen chillig und treibend wechselnde „What“ oder das mit Samplen gespickte „Rule“, dann bleibt Ultra-Macherin Lena Heiler die meiste Zeit leider unter ihren Möglichkeiten. Auch das bedrückend inszenierte Outro „Im Nebel“ – genau, das berühmte Hermann Hesse-Gedicht – zeigt die Künstlerin von einer tiefgründigeren Seite als weite Teil des Albums das vermitteln. Da lässt sie hauptsächlich den Synthie brummen und gibt noch eine Portion Rhythmus dazu. Aber Ultra kann mehr und ich hoffe, das zweite Album wird (noch) besser. Reinhören solltet Ihr auf jeden Fall mal…

Website von Ultra

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