Phil Western – Longform (lim. 2-LP, Rustblade Records)

Phil Western

Der Name Phil Western wird wahrscheinlich nur den Eingeweihten etwas sagen, dabei ist der Kanadier sowohl im industriellen als auch im Techno-Genre seit zwei jahrzehnten aktiv und das auch nicht ganz ohne Erfolg. So ist er Partner von Skinny Puppy-Mitbegründer cEvin Key bei Download und platEAU, bildet gemeinsam mit Dead Voices On Air-Mastermind und Ex-Zoviet France-Mitstreiter Marc Spybey Beehatch und hat noch andere Pferde im Stall wie Frozen Rabbit oder Landhip. Immer wieder veröffentlicht Western auch Soloalben, „Longform“ ist sein mittlerweile neuntes und dabei seine erste Vinylveröffentlichung.

Die säuberlich zu 4×4 Stück über die LP-Seiten verteilten 16 Titel bieten einen recht guten Überblick über den typischen „Western“-Sound, der sich nur selten harsch, dafür über weite Strecken beatlastig daherkommt. Dabei setzt Western selten auf Geschwindigkeit und Härte, sondern auf Midtempo und allgemein verträgliche Klänge, kurz das, was man als IDM bezeichnet.
Manchmal packt er auch den Synthie aus – wie auf „Big Bear“ – und zaubert trancige Soundlandschaften, die dann mit dem entsprechenden tanzbar-groovigen Rhythmen unterlegt werden, so dass man hier schon fast die Schublade Goa öffnen kann.

Der Sound ist glasklar und brillant und doch will mich das Werk nicht aus dem Sessel reißen. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass ich nie mit dieser Form elektronischer Musik warm geworden bin, die sich vorrangig in der Feier der Rhythmen ergeht. Das klingt für mich alles nach Gebrauchsmusik, die den Hörer unterhalten soll, einen angenehmen Teppich für mentale Ausflüge bildet und in erster Linie nicht stört. „Longform“ ist mir einfach zu kalt und oberflächlich und berührt mich einfach nicht, trotz von der Plattenfirma gezogenen Vergleichen mit Kraftwerk, Juan Atkins, Ultravox, Can und Jean Michel Jarre. Aber das war, soweit ich mich erinnern kann, noch nie anders. Die Fans von Phil Western wird das nicht stören, zumal das werk auf 500 Stück reduziert ist und als „Limited Deluxe Gatefold Double Vinyl 499 copies With Inner Printed Sleeves“ kommt. Da heißt es – schnell zugreifen!

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Der Teaser zur Platte:

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