Der Name KING DUDE war mir in letzter Zeit schon öfter untergekommen und alle, die ihn erwähnten, wussten nur Gutes über den Ami zu berichten. Bei so viel Lob befürchtete ich, dass das Konzert ausverkauft sein könnte und sicherte mir rechtzeitig meine Eintrittskarte. Ausverkauft war die Scheune dann nicht aber doch recht gut gefüllt.

Nach Dolch betraten KING DUDE die Bühne, genauer gesagt, der King selbst, der das Klangbild mit seinem Reibeisengesang und seiner akustischen Gitarre prägte, sowie zwei Mitstreiter – ein Schlagwerker und ein Herr an E-Gitarre und Keyboard. Der King, bürgerlich Thomas Jefferson Cowgill, stand, wen wundert’s, dabei die ganze Zeit im Mittelpunkt des Geschehens, ist er doch ein echter „Maniac“, der seine Stücke mit viel persönlichem Einsatz vorträgt. Dabei knurrt er auch mal aggressiv ins Mikro, schreit wütend oder schmachtet voller Herz.
Für seine Musik verwendet KING DUDE das Label Apocalyptic Folk, persönlich finde ich den Ausdruck Americana besser, sprich eine Mischung aus all den Musikstilen und Traditionen, die die amerikanische Folk Music ausmachen. Dem Gemisch ist eine gehörige Portion Rockabilly und Outlaw-Attitüde beigegeben.
Neben der Musik ist vor allem die „Bühnenarbeit“ von KING DUDE ein ständiger Quell der Freude. Der King interagiert mit dem Publikum, beleidigt, macht Scherze, erzählt Geschichten und fragt nach Lieblingssongs. Beim Auftritt in der Scheune war ihm deutlich anzumerken, dass das anfangs sehr reservierte Publikum nicht nach seinem Geschmack war. Ein paar Pöbeleien und Lacher sowie einige ordentliche Schlucke aus der Tequilla-Flasche später, war die entsprechende Lockerung erreicht und der Abed gestaltete sich zunehmend kurzweilig und unterhaltsam.