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Weshalb ich fragte, hat
eigentlich zwei Gründe: Ich finde die Musik sehr eigenständig aber man
hört immer noch ein paar kleine Sachen raus. Also einmal bei "The Seal
Of A Dead Man" hör ich ein Stück ZIRBELDRÜSE heraus - ich weiß nicht,
ob Du das Stück kennst, "Pineal Gland"?
Nein. Also ich muss sagen, das fragen mich viele. Wenn es in einer Form
eine Beeinflussung geben könnte, dann wäre das vielleicht aus den Achtzigern
oder Siebzigern. Also ich weiß nicht, Kraftwerk oder so etwas. Aber dann
könnte man auch sagen, dass ich früher so etwas Ähnliches auch schon gemacht
habe, im sehr extremen Klavierpop. Wir hätten vor drei Jahren in Leipzig
spielen sollen, da war ein Angebot da. Das haben wir dann aber nicht gemacht,
weil die Band war noch nicht so richtig zusammengefügt. Wir hatten nämlich
damals unseren neuen Gitarristen dabei und den wollten wir auf der Bühne
haben. Wir waren erstmal nur zwei Leute und dann hat sich das entwickelt
auf mehrere Leute, also Gitarristen, Schlagzeuger und so was und da waren
wir noch nicht richtig fit. Aber zumindest die Musik, die ich dabei geschrieben
habe, das ist schon fast Syntiepop, also schon fast Avantgarde-Synthiepop.
Ich glaube, da kann man sagen, dass ich das bei Theorem eigentlich nur
verfremdet habe, dass ich mit Verzerrern rangegangen bin, mit Effekten
und das sich das eben daraus entwickelt hat.
Die zweite Band, wo ich
noch Ansätze gehört habe das war HAUS ARAFNA. Ist Dir das ein Begriff?
Ja klar, HAUS ARAFNA ist natürlich ein Begriff. Das ist so eine Art Mythos
in der Szene. Die Band, die nie in der Form live gespielt hat oder nie
in der Öffentlichkeit stand, die eben nur mit den künstlerischen Geschichten…
Die haben jetzt ein neues
Album raus. Das ist eigentlich … sehr gut, kann man nur sagen. Sie haben
natürlich einen eigenen Stil. Das ist halt nicht so, dass sich das noch
großartig ändert, aber es ist nicht schlecht. Kommen wir aber zu Deiner
Musik zurück….
Ich mag die auch. Ich würde niemals sagen, dass ich mich am Anfang, als
ich meine Musik gemacht habe, in irgendeiner Form mit HAUS ARAFNA hätte
verbinden wollen. Ich habe auch nicht an HAUS ARAFNA gedacht. Das Ding
ist ja, dass man, wenn man experimentelle Musik macht, sich mit Dingen
beschäftigt, die in irgendeiner Form an andere Bereiche angrenzen. Aber
bewusst war mir das nicht. Man hat mich auch oftmals mit Dive verglichen,
weil ich z.B. auf der Bühne, wenn ich auftrete, auch mit Megaphon agiere
und da gab es natürlich auch wieder Schnittmengen, mich mit Dirk Ivens
zu vergleichen. Aber an sich war das auch nicht gewollt. Wobei ich ihn
als Musiker, als Performer auf der Bühne auch schon einige Male gesehen
habe und auch nicht unbedingt negieren müsste. Er macht auf jeden Fall
Spaß.
Wenn man jetzt einfach mal
die ganzen Vergleiche zur Seite schieben, was ist das Spezifische an Theorem?
Ich glaube, das Spezifische waren für mich eben meine Interessen, meine
Inhalte, der Wille, meine künstlerischen Inhalte mit der Musik zu verbinden.
Das hat mit dem früheren musikalischen Stil nicht richtig funktioniert,
weil es eben schon Vorlagen gab, die den anderen, den Betrachter, zum
Nachdenken gebracht haben müsste und das war bei Theorem passiert, dass
man mit der Musik ganz klare Kompromisse macht. Man sagt dann nicht mehr,
man will nur irgend wovon profitieren, sondern man ist da schon auf der
Art veranschlagt, Dinge aufzudecken und Leute zu erwecken. Das ist eben
die Musik. Also ich glaube schon, man kann mit Schlagworten etwas ganz
klar sagen und dann eben auch noch die entsprechenden Bilder dazu zeigen,
die für die Betrachter auch sehr eingängig sein können.
[Ich muss gestehen, dass mir insbesondere beim mittleren Teil der Antwort
nicht wirklich klar ist, worauf Claudio hinaus will. disorder]
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