1. Die Hohlweltlehre

DIE Hohlwelttheorie als solche gibt es nicht. Grundsätzlich sind zwei Hauptrichtungen zu unterscheiden. Die erste geht davon aus, dass in der Erde so wie wir sie kennen, unterirdisch eine weitere Welt existiert. Ansatz zwei behauptet, dass wir nicht auf der Oberfläche einer Kugel wohnen, sondern in ihrem Inneren.

 

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die Vorstellung, dass die Erde hohl ist, findet sich schon in der babylonischen Mythologie. Der babylonische Held Gilgamesch besucht seinen Vorfahren Utnapischtim im Erdinnern. Die ägyptischen Pharaonen sollen durch unterirdische Tunnel in den Pyramiden mit der Unterwelt in Verbindung gestanden haben. Die Buddhisten kennen das unterirdische Paradies Agartha, wo ein König über Millionen von Menschen herrscht.
Aber auch in der Neuzeit gab es immer wieder Vertreter einer Hohlweltlehre. Der berühmte englische Astronom Edmund Halley (HALLEYscher Komet) vertrat die Ansicht, dass im Inneren der Erde vier weitere Sphären bestehen, die ebenfalls bewohnt wären. Im 18. Jahrhundert behauptete der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler, dass die Erde nur aus einer inneren Sphäre bestehe und eine Sonne enthalte. In dieser Hohlwelt siedelte er eine fortschrittliche Zivilisation an.

Einer der eifrigsten Verfechter der Hohlweltlehre ist der Amerikaner John Cleves Symmes, ein ehemaliger Offizier und Geschäftsmann. Da Symmens glaubte, die Eingänge zur inneren Erde an den Polen zu finden, versuchte er die US-Regierung zu überzeugen, eine Expedition dahin auszurüsten. Erst einem seiner Anhänger gelingt 1838 dieses Vorhaben. Zwar entdecken die Forscher keine Eingänge ins Innere der Erde, jedoch finden sie heraus, dass die Antarktis nicht nur aus Eis besteht, sondern vielmehr der siebte Kontinent der Erde ist.

Über Eingänge an den Polen kann die Innere Erde betreten werden.
Rechts: NASA-Foto der Eingangslöcher.

Mit fortschreitenden Erkenntnissen der Wissenschaft verlagern sich neue Theorien zur Hohlweltlehre in die phantastische Literatur. Einen ganzen Zyklus an Novellen widmete Edgar Rice Burroughs diesem Thema. Die wohl bekannteste Erzählung ist jedoch "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne. Verne lässt darin seinen Wissenschaftler die Theorie vertreten, dass eine im Inneren heiße Erde irgendwann platzen müsste. Die Suche nach einem Eingang in die Innenwelt ist erfolgreich und er findet mit seiner Expedition einen riesigen Untergrundsee, der von prähistorischen Kreaturen bewohnt wird. Beeinflusst durch diese und ähnliche Geschichten, gelangt die Hohlwelttheorie immer wieder zu neuer Popularität.

Den Spekulationen Eulers über eine Hochzivilisation verschaffte "The Smoky God", die Biografie des Norwegers Olaf Jansen, neue Nahrung. Der Seemann behauptete darin, dass er durch den Eingang am Nordpol gesegelt wäre und zwei Jahre in Agartha gelebt hatte. Jansen bezog sich auf Willis George Emerson's "Agartha - Secrets Of The Subterranean Cities". Dieser beschreibt die Wesen "als zwölf Fuß hoch" und mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgerüstet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass sich die Spitze des Dritten Reichs in unterirdische Regionen verdrückt hat, wo sie seitdem mit den Argathern zusammenleben (Heim ins Reich - sozusagen). An dieser Stelle kommen dann noch Nazi-Ufos ins Spiel, aber die werden in einem der nächsten Artikel behandelt.

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