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Wie groß ist
der Chaos Computer Club Dresden (C3D2) etwa und wer ist bei Euch Mitglied?
Kann man schwer sagen, weil wir keine Mitgliederliste führen. Bei uns
ist man dabei, wenn man sich bei uns heimisch fühlt. Wir kommunizieren
in verschiedenen virtuellen und realen Räumen. Auf der Mailingliste sind
über 100 Leute. In unserem eigenen verschlüsselten und neuerdings sogar
anonymisierten Chatnetzwerk sind meist so um die 23 Leute da. Der Altersdurchschnitt
liegt ca. bei 23. Neben Schülern, vielen Studenten oder Azubis trifft
man auch Leute, die schon etwas länger auf diesem Planeten atmen. Was
allen gemein ist, dass sie vor einer Tastatur einfach sitzen bleiben und
auch ohne Maus Computer bedienen können. Dieses Interesse beschränkt sich
aber nicht auf Computer allein sondern genereller auf kreativen Umgang
mit Technik.
Worum geht
es bei Eurem Verein? Womit beschäftigt Ihr Euch, was sind Eure Ziele?
Der C3D2 ist zuerst eine Anlaufstelle für Hacker, Geeks und Nerds aus
Sachsen, wenn es nicht schon was ähnliches gibt, wie z. B. in Leipzig.
Wer also einsam vor seiner Kiste sitzt und sich über die Erforschung dieser
mit anderen austauschen will, ist bei uns richtig. Der kann die öffentliche
Mailingliste nutzen, in unseren SILC-Chatkanal kommen oder findet uns
anderswo. Wer jetzt denkt, jemaden für die Supportaufgaben seines Softwarelieferanten
gefunden zu haben, wird wohl eher ignoriert. Um es klar zu sagen, wir
haben von MS Windows keine Ahnung. Wer mit seiner SuSE Linux Distribution
nicht klar kommt, der wende sich bitte an Novell oder z. B. die wirklich
uneigennützig hilfreiche Linux-User-Group
Dresden.
Wir beschäftigen uns mit der kreativen Erkundung und Nutzung von Technik.
Klar sind das erst mal Computer und Netzwerke aber auch alles andere,
was Technik involviert. Spaß ist wichtig am Gerät, also unsere Form von
Spaß. Auch wenn es gern vermutet wird, geht es überhaupt nicht darum,
fremde Computersysteme oä. zu sabotieren, zu knacken oder sonstwas.
Es gibt so zwei Typen von Techniknutzern. Die einen nutzen ein Gerät genau
für den Zweck, für den dieses gebaut wurde. Die anderen versuchen es zu
verstehen, zu erweitern, nehmen es auseinander, nutzen es zweckentfremdet.
Wir machen das letzere so mit fast allem, was 0-en und 1-en verarbeitet.

Hacker sind
ja so etwas wie das Schreckgespenst der bürgerlichen Computerbenutzer.
Wie steht Ihr selbst dazu?
Hmm, denke dem "bürgerlichen Computernutzer" ist da der Begriff "Hacker"
falsch konditioniert worden. Der Begriff ist viel älter, als er in den
Massenmedien aufgetaucht. Wahrscheinlich fand irgendein Journalist diesen
Begriff spannender als z. B. Krimineller. Eigentlich wären Computer heute
nicht das geworden, was sie sind. Apple Computer z. B. ist von Hackern
gegründet worden, und immerhin haben die z. B. unsere heutigen grafischen
Nutzeroberflächen stark geprägt. Beim Hacken geht es darum, Technologien
kreativ zu nutzen, sie zu erforschen, zu erweitern. Man kann diesen Begriff
nicht in drei Sätzen erklären, was ich auch nicht versuchen werde, noch
gibt es dafür ein Synonym. Ich verweise mal auf einen Artikel in der Wikipedia,
der die Vielschichtigkeit des Begriffs gut aufspannt.
Ein Hacker sucht bei
der Erkundung von Systemen sicher nach Schwachstellen. Klar, das muss
er ja auch, wenn er verhindern will, dass ein anderer sie ausnutzt. Nur
wird er darüber den Systemverantwortlichen informieren und sie nicht zu
seinem persönlichen Vorteil ausnutzen. Das gebietet ihm die Hackerethik
(ich verweise nochmal auf die Wikipedia),
eine Art Wertegerüst für Hacker.
Computersabotage und -betrug hingegen ist mittlerweile ein lukratives
Geschäft geworden. Viele Trojaner gibt es nur, damit sogenannte "Bot-Netzwerke"
normale Computer für organisierte Angriffe mißbrauchen. Dafür gibt es
das Strafgesetzbuch. Mit Hacken hat das soviel zu tun wie Luke Skywalker
mit Darth Vader.
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