10 Dinge über den Elektroanschlag, die Sie wissen sollten…

Nächstes Wochenende zieht es wieder die Freunde elektronischer Underground-Musik ins thüringische Altenburg. Bereits zum 14ten Mal bringt der ELEKTROANSCHLAG Bands von Rhythm Industrial bis Power Electronics auf die Bühne und die Fans damit zum Feiern. Doch der EA, wie die zweitägige Fete bei den Eingeweihten nur heißt, ist mehr als nur ein Festival, der EA ist ein regelrechtes Familientreffen, zu dem Musikbegeisterte aus ganz Europa anreisen. Das debil magazin sprach mit Andreas g. aka Gandy, Mitglied des veranstaltenden R-Reger e.V.s und quasi der Orga-Chef des Festivals.

1. „Memoriere“ bitte für unsere Leser die Entstehung des Festivals. Wie sah der historische Moment aus, in dem der Elektroanschlag geboren wurde…
Relativ simpel… Wir saßen in der Villa Bar, irgendwann 2000 oder 2001 und waren der Meinung, dass es genial wäre, „unsere“ Musik mal möglichst laut zu hören – und das am besten direkt in Altenburg… Die erste Party folgte relativ schnell im Kanonenhaus.

Der professionell produzierte Trailer der „letzten“ Festival-Ausgabe (Quelle: R-Reger) :

2. Da der erste Elektroanschlag vor 2001 stattfand, gehe ich mal nicht von einer unterschwelligen Gesellschaftskritik aus. Wie ist der Titel entstanden?
Ich habe mit Ronny (ex-Villa Bar / der Mann an der Kasse) eine Weile überlegt… Wir wussten damals nur, dass die Veranstaltung einen Namen brauchte, mit Hinweis auf elektronische Musik von etwas derberem „Inhalt“.
So richtig zufrieden waren wir damals nicht, aber eine bessere Idee gab es auch nicht. Erst nachdem EA-Logo und Schriftzug von René Fehrmann entworfen wurde, passte das besser.

3. Ich gestehe ich war ganz am Anfang nicht anwesend. Wie sah denn die erste Ausgabe des EA aus?
Die ersten drei EA-Partys waren reine DJ-Veranstaltungen von uns, für uns gemacht, ohne Live-Musik. Wirklich viele Details, gerade zum EA N°1, wissen wir nicht mehr, zumal es damals noch nicht wirklich viele Möglichkeiten der digitalen Beweisaufnahme gab (und Martyn war auch nicht da ;)).

4. Auf Eurer Website finden sich Flyer ab dem EA Nummer 4. Gab es vorher keine oder wohin sind diese Dokumente entschwunden?
Vom EA N°2 existieren ein paar Fotos auf der EA Webseite, speziell zu EA N°1 & N°3 gibt’s wirklich nichts…. Hier gilt Antwort zu Frage 3 🙂

5. Das Festival ist ja über die Jahre zu seiner jetzigen Größe mit 250 bis 300 Besuchern gewachsen. Wann kam der „Durchbruch“?
Mit bzw. nach dem EA4 (2003), der erste EA mit Live-Musik (PAL als Headliner). Seitdem war die Besucherzahl meist ähnlich, abgesehen vom EA8 (2007) mit Esplendor Geometrico und der Final Edition 2012.

6. Altenburg ist ja, bei allem Respekt, nicht die Megacity. Gab es mal Ideen, z.B. nach Leipzig umzuziehen?
So respektvoll… hahaha… Aber Du hast völlig recht, eine Megacity sieht wahrscheinlich anders aus. Altenburg ist eben die EACity.
Das Thema „Umzug in die große Stadt“ stand nur mal kurz nach dem Brand im Kanonenhaus (2009) zur Diskussion, wurde aber schnell abgewählt, trotz diverser Angebote, gerade aus Leipzig. Wir können DAS nur hier! 🙂

7. Wie sieht es mit der Organisation des EA aus? Wie viele Freunde, Helfer, Mitstreiter sind involviert? Werden Entscheidungen demokratisch getroffen? Und wie finanziert Ihr das Ganze?
Am EA Wochenende haben wir glücklicherweise viele Helfer, auch Menschen, die diese Musik eigentlich überhaupt nicht anhebt, ohne würde es nicht funktionieren.
Die Entscheidungen zu den ersten EAs wurden im Verein (R-Reger e.V.) eher demokratisch gefällt, im Laufe der Jahre kristallisierte sich dann irgendwie eine deutliche Aufgabenverteilung heraus 😉
Die Finanzierung? Private Risikobereitschaft – jedes Jahr wieder.

8. Nach dem EA 13 im Jahr 2012 wolltet Ihr aufhören. War die Luft raus oder habt Ihr die Pause nur gebraucht, dass EA-Nummer und Jahreszahl jetzt übereinstimmen?
Schon nach dem EA 12 (2011) haben wir beschlossen, dass der EA 13 der Letzte werden sollte, für den Großteil der Mitstreiter hatten sich die Prioritäten verschoben: Beruf, Familie, Musikgeschmack usw. usf. Für die Meisten war die Luft tatsächlich raus.
Dass es nicht ganz ohne geht, merkten Ronny & ich schnell, weswegen wir Ende 2012 relativ spontan beschlossen, eine deutlich kleinere Party in der Villa Bar zu organisieren. Das wiederum war dann der Startschuss für die Fortsetzung des EA im altbekannten Rahmen.


Der Film zur „finalen“ EA-Ausgabe (© Wolfram Bange / Henning Hinck / Lena Neugebauer).

9. Worauf freust Du Dich in diesem Jahr besonders?
Schwere Frage… Auf Sonntag früh 5.00 Uhr 🙂
Musikalisch wird der diesjährige EA wieder breit gefächert… Das finden wir spannend und besser so – und es freut mich !

10. Wie geht es weiter mit dem EA?
Das kannste am 29. März nochmal fragen. Oder paar Tage später.

Ein paar „letzte Worte“:
Vorbeikommen und sich ein eigenes Bild machen! Offen sein, für Neues, nicht nur für Noise…

 

Vielen lieben Dank! Wir sehen uns in Altenburg!
www.elektroanschlag.de

GAndys Bilder vom Elektroanschlag bei Flickr

Sicher eines der Highlights in der Festival-Geschichte: Der Auftritt von Esplendor Geometrico im Jahr 2007. © darktronic.org

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