Vielleicht sagst Du erst einmal ein paar Worte zu Dir selbst, um Dich vorzustellen?
Ich bin jetzt hier in Köln. Ich mache schon seit längerer Zeit Musik, habe vor zehn Jahren angefangen Hardcore zu machen und auch selber zu produzieren. Dann bin ich auf die elektronische Schiene gekommen und Elektronik hat mich bis heute festgehalten und ich bin auch ein Teil der Elektronik geworden. Ich hab auch in Köln sehr viel produziert, u.a. Wave. Ich hatte auch selber eine Wave-Band und dann später eine elektronische Band. So bin wahrscheinlich aus dem Hardcore-Bereich auf die elektronische Hardcore-Schiene gekommen. Seit zwei Jahren etwa bin ich Theorem. Ich hab das entwickelt um meine künstlerischen Performances musikalisch zu unterstützen und zu unterlegen, die sich ja viel mit Malerei, Videoproduktionen, Multimedia und eben auch Performances beschäftigen.

Bewegst Du Dich damit in einer Kunstszene oder gibt es das auch zu sehen für Leute von außerhalb? Oder bisher noch nicht…
Kunstszene heißt ja für mich, dass ich regelmäßig auch ausstelle. Ich hab jetzt in Berlin eine Ausstellung gehabt, in Düsseldorf im letzten Jahr, hier in Köln mehrere Ausstellungen und im September bin ich in Frankfurt. Mal gucken, wie sich das noch entwickelt. Ich bin jetzt auch gerade wieder zurückgekommen aus Spanien und fliege in zwei Tagen nach Griechenland, weil ich da Reiseleiter bin. Von daher hat sich das ein wenig zeitlich verschoben. Ich wäre gerne mit Plänen versehen, noch in den nächsten Monaten auszustellen.

Der Reiseleiter ist also dein bürgerlicher Job, mit dem Du Deinen Lebensunterhalt verdienst…
Nein, das ist nur ein Standbein. Es gibt mehrere Standbeine. Ich habe es noch nicht ganz geschafft, von der Kunst zu leben und deswegen mache ich das auch motiviert, weil immer wieder Input reinkommt, wenn Du die ein bisschen was von dem Globus angucken kannst, auch die Schatten- und die Lichtseiten, oder wenn Du mit Ausländern sprichst vor Ort. Das ist schon etwas Intensiveres als nur in Köln zu sein oder in Berlin. Wo es natürlich auch um ganz klare, existenzielle Dinge geht. Ich möchte ein bisschen über den Tellerrand gucken können. Das tut mir ganz gut, muss ich sagen.

Da gibt es ja diesen schönen Spruch "Weltanschauung kommt von Welt anschauen". Trifft in dem Fall ja gut zu.
Ja. Aber es gibt auch Beispiele wie Kant, der niemals aus Königsberg herauskam aber letzten Endes doch etwas vollbracht hat, weil er, glaube ich, Menschen, die sich die Welt angeschaut haben, sehr nahe stand und da eben sehr viel erfahren hat.

Dein Weg ist eher der, Dir die Sachen selbst anzuschauen?
Ja.

Du schreibst auch in Deinem Waschzettel, dass Du Schriftsteller bist. In welchem Maße schreibst Du?
Ich habe schon Drehbücher geschrieben, hab auch einen Roman geschrieben, der hätte veröffentlicht werden sollen, aber der Verlag hat mir einfach zu schlechte Konditionen angeboten. Das war vor zwei Jahren. Da hab ich mir überlegt, das eben noch nicht zu machen. Ich werde aber versuchen… Also, jetzt habe ich vielleicht andere Leute um mich und ich könnte mir gut vorstellen, dass für die schlechteren Konditionen doch zu machen. Wenn es vielleicht von mir selber gemacht und bezahlt wird und dann die Exemplare von mir aus verkauft werden. Das wäre dann so mein Ding, das habe ich mit meinen Platten ja auch so gemacht. Es gab eben auch Angebote von Plattenlabels mich zu produzieren bzw. mit mir in Kontakt zu kommen aber die verkaufte CD an sich, die hätte mir einfach nichts gebracht. Das waren ganz niedrige Sätze und man kommt da einfach nicht so richtig gut raus. Da hab ich mir gedacht - Okay ich mach das selbstständig, ich gründe mein eigenes Label und dazu demnächst vielleicht auch noch ´nen eignen Verlag, um mich selber zu produzieren. Da hab ich dann ja auch die Möglichkeit, über Jobs wie den Reiseleiter etwas zu erwirtschaften, dass ich da wieder reinsteck.

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