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Entwickelt
Ihr selbst im Rahmen der Gruppe Software und wenn ja, was sind Eure Schwerpunkte?
In unserem Kreis sind viele Entwickler freier Software. Die programmieren
so oder so. Der Club bietet ihnen aber eine Plattform zum Erfahrungsaustausch,
für Anregungen, Feedback oder neue Technologien. Eher in der BSD-Crew,
einer Nutzergruppe der BSD-Betriebssysteme entstanden die "Coding Nights".
Da wird themenbezogen zusammen bis zum Morgengrauen programmiert und gehackt.
Wer also programmieren möchte, findet bei uns genug, mit denen er sich
austauschen kann.
Eine Software, die aus der schlichten Not, dass es sowas noch nicht gab,
geboren wurde, ist Pentabarf. Der CCC organisiert ja eine Menge Veranstaltungen
jedes Jahr und da muß gut geplant werden. Z. B. beim letzen Chaos Communication
Congress 21C3 waren über 200 Referenten, die Vortäge in vier Sälen hielten,
die aber auch ggf. ein Hotelzimmer brauchen, vom Flugplatz abgeholt werden
müssen ... Die Software, die all das organisiert wurde in Abstimmung mit
dem Kopf hinter den CCC-Events hauptsächlich von Sven, einem Dresdner
Hacker implementiert. Pentabarf
ist freie Software. D. h. man kann sie sich herunter laden, nutzen und
erweitern. Auf dem Linux-Info-Tag am 29.10. wird diese Software in einem
Vortrag gezeigt.

Ihr habt selbst
ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem Namen "Datenspuren". Könnt Ihr
dazu etwas sagen?
Das Symposium "Datenspuren
- Privatsphäre war gestern!", fand am 8. Mai diesen Jahres zum zweiten
Mal statt. Thema ist Datenschutz mit allem, was dazu gehört. Also angefangen
damit, wer so alles Daten im Internet oder woanders wie mitliest, wie
Nutzerprofile erstellt werden, welche sozialen Auswirkungen das auf Individuen
und die Gesellschaft hat und natürlich was man dagegen tun kann. Dazu
gibt es Vorträge, Workshops und viele Unterhaltungen.
Viele Technologien, die gerade nach dem Anschlag auf das World Trade Center
hektisch aus dem Hut gezaubert wurden und werden muß man ja mal hinterfragen.
Was ist, wenn der von Innenminister Schilly so geliebte und getriebene
Biometrische Ausweis nix als Kosten mit sich bringt, die ja Herr Schilly
nicht aus seiner sondern unserer Tasche zahlt. Wenn auf der Reperbahn
Videokameras installiert werden, könnte das evtl. einigen Damen das Geschäft
versauen. Warum? Hat der Freier doch was zu verbergen? Wurden in London,
wo es eine extrem hohe Überwachungskameradichte gibt, die Attentate verhindert?
Hat es Jean Charles de Menezes vor seiner irrtümlichen Hinrichtung durch
die Polizei bewahrt? Eigentlich ist es interessant, dass gerade die technikverliebte
Hackerszene solche Fragen aufwirft.
Letztes Jahr hatten wir Glück, dass Prof. Pfitzmann, ein international
anerkannter und langjähriger Wissenschaftler auf diesem Gebiet uns frühzeitig
mit der Zusage eines Vortrags und der Keynote unterstützte. Bekannt ist
er u. a. durch den Webanonymisierungsdienst Anon/JAP, der an der TU Dresden
zu großen Teilen entwickelt wurde. Dazu konnten wir einige langjährige
Aktivisten aus den Reihen des CCC und andere Referenten gewinnen. Mit
ca. 300 Besuchern und 0,- EU Budget war das für uns ein riesiger Erfolg,
zumal wir es auch ohne Eintrittsgeld hinbekommen hatten. Für 2005 war
das eine hohe Meßlatte, die wir aber übersprungen haben. Die Vorträge
kann man als Audiomitschnitte
runterladen.
Was ist Eure
Aufgabe beim bevorstehenden Linuxtag?
Der Linux-Info-Tag
am 29.10.05 ist eine Show freier Software (Open Source). Wobei der eigentliche
Vorteil freier Software bei den freien Erweiterbarkeit dieser liegt. D.
h. man kann sie so anpassen, wie man sie braucht und das nützt anderen
Leuten dann auch wieder. Es ist also dieses "zusammen etwas zu erschaffen",
weltweit. Dabei muss man nicht mal programmieren können. Oft reicht es
Fehler aufzuspüren, Dokumentation zu schreiben ... Um solche Software
geht es auf dem Linux-Info-Tag, der seinen Namen von einem Vorzeigeprojekte
dieser bekommen hat. Es wird drei Tracks mit Vorträgen für Einsteiger
und Spezialisten geben, dazu Workshops, Stände, Vorführungen, eine Installparty
und viele Gelegenheiten, über alles rund um Computer zu reden. Wer einfach
mal ein andres Betriebssystem "anfassen" will hat dazu genauso Gelegenheit,
wie halt jemand der sich für die Konferenzplanungssoftware Pentabarf interessiert.
Der C3D2 wird auf einem Gemeinschaftsstand mit der BSD-Crew vertreten
sein. Wir versuchen gerade etwas Hardware zu organisieren, da wir zeigen
wollen, dass Linux und BSD nicht nur auf PCs sondern auch auf Handies,
PDAs, Toastern und Großrechnern läuft.
Geht Ihr auch
mal zusammen ein Bier trinken und unterhaltet Euch über was anderes als
Computer?
Wie gesagt, der Chaos Computer Club Dresden bietet als erstes eine Plattform
für Hacker, Geeks und Nerds aus dem sächsischen Raum. Er stellt sozusagen
die Infrastruktur und was sich daraus entwickelt entwickelt sich halt.
Klar entstehen dadurch soziale Beziehungen und Netze. Wir gehen also nicht
nur mal zusammen ein Bier trinken, sondern brauen uns welches, wenn uns
danach ist.
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